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Was ist eine Kiezgemeinde?
“Kiezgemeinde” – das heißt: Wir sind Christen, die für ihren Kiez leben wollen. Unser Kiez in Berlin-Spandau hat viele Facetten:
Es gibt schöne Einfamilienhäuser, aber auch sehr problematische Gegenden. Unser Herz schlägt besonders für den Kiez “Heerstraße Nord”. Dieser Kiez ist von einer hohen Arbeitslosigkeit geprägt. Menschen verschiedenster Kulturen und Sprachen leben nebeneinander. Armut und Sucht werden immer wieder deutlich. Alleinerziehende brauchen Hilfe. Gewalt in der Familie ist ein großes Thema. Und Kinder sind öfter die letzten in der Hierarchie. Als “Gemeinde in Gründung” haben wir unseren Weg gerade erst begonnen. Wir suchen nach einer Möglichkeit, wie wir den Menschen helfen können.

Was ist eine FeG?
FeG ist die Abkürzung für Freie evangelische Gemeinde. Seit Dezember 2008 gehören wir zum Bund der FeG. Mehr Informationen zum Bund findest du unter www.feg.de. Wir sind Teil des Arbeitskreises für Gemeindegründung.

Wie unterscheiden wir uns von der evangelischen Landeskirche?
Zunächst: Uns eint derselbe Glaube an Jesus Christus. In vielen wesentlichen Glaubensfragen stimmen wir überein, weshalb wir uns auch mit der Evangelischen Landeskirche verbunden wissen. Unterschiede gibt es auf der organisatorischen Ebene: So gibt es im Bund der FeG keine "Kirchenkreise", womit wir also keinen Anspruch auf ein bestimmtes Gebiet erheben. Ferner sind wir als Gemeinde im Unterschied zur Landeskirche freier in der Gestaltung unseres Gemeindelebens. Weiterhin erheben wir keine Kirchensteuer, sondern finanzieren uns allein durch freiwillige Spenden. Ein theologischer Unterschied ist, dass wir nur Gläubige taufen und keine Säuglinge. Wir meinen, dass die Taufe allein nicht "fromm" macht, sondern der Glaube das Entscheidende ist. Da viele Eltern ihren Kindern dennoch Gutes von Gott wünschen, feiern wir gerne Segnungs-Gottesdienste für Babys und ihre Eltern. Diese können genauso feierlich begangen werden wie Taufgottesdienste.

Wer predigt bei uns?
Normalerweise predigt bei uns der Pastor. In unseren Reihen gibt es aber auch andere begabte Christen, die ebenfalls immer mal wieder predigen. Eher selten treten bei uns Gastprediger auf, die eigentlich zu anderen Gemeinden gehören.

Wie läuft ein typischer Gottesdienst bei uns ab?
Nach der Begrüßung singen wir einige schöne und moderne Lobpreislieder mit Gitarrenbegleitung, dann hören wir eine spannende und lebendige Predigt mit anschaulichen Beispielen aus dem alltäglichen Leben. Beten tun wir gemeinsam, d.h., jeder der ein Anliegen oder eine Bitte hat oder für etwas Dank sagen möchte, sagt das laut. Aber auch im Stillen kann man sein Herz vor Gott ausschütten. Zum Schluss singen wir wieder und die Gemeinde wird gesegnet. Anschließend kann man sich noch bei einer Tasse Kaffee unterhalten, wenn man möchte, oder auch den Pastor ansprechen, wenn man persönliche Fragen oder Gebetsanliegen hat.

Kann man einfach so zum Gottesdienst kommen, oder muss man sich anmelden?
Man braucht sich natürlich nicht anzumelden, sondern kann einfach kommen! Jeder ist herzlich eingeladen! Wichtig ist nur zu gucken, wo der Gottesdienst am kommenden Sonntag stattfindet, weil die Orte im Moment noch wechseln. Das wird sich aber ändern, sobald wir feste Räumlichkeiten haben.

Warum gründen wir eine neue Gemeinde?
In erster Linie haben wir die Leidenschaft für Gemeindegründung entdeckt. Wir meinen, dass Gott uns diese Leidenschaft geschenkt hat. Es gilt aber auch das: So wie es viele verschiedene Menschen gibt, sollte es auch viele verschiedene Gemeinden geben. So gibt es Menschen, die die Liturgie der landeskirchlichen Gottesdienste genießen. Das können wir nicht bieten, weshalb es gut ist, dass die Landeskirche solche Gottesdienste anbietet. Aus ähnlichen Gründen gibt es in Berlin afrikanische Gemeinden, Gemeinden für Jugendliche oder Singles, Gemeinden für Russland-Deutsche ... So sehen wir uns als ein bereicherndes Puzzlestück in der Berliner Gemeindelandschaft an. Wir wollen also die Menschen ansprechen, die bislang von keinem anderen Gemeindeangebot angesprochen wurden.